Lesezeit 9 Min. · Veröffentlicht: 7. Oktober 2024 · Aktualisiert: 29. Oktober 2026 · Preise und Angaben geprüft: Oktober 2026
Malta gehört zu den Zielen im Mittelmeer, die Sie auch mit wenig Geld gut bereisen können, wenn Sie drei Dinge richtig machen: außerhalb von Juli und August fliegen, den Bus statt des Mietwagens nehmen und dort essen, wo die Malteser essen. Die Insel ist klein, fast alle Sehenswürdigkeiten liegen nur eine kurze Busfahrt voneinander entfernt, und viele der besten Orte kosten keinen Eintritt. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wo das Geld bleibt und wo Sie es sparen.

Das Wichtigste in Kürze
- Günstigste Reisezeit sind März bis Mai und Oktober bis November, mit Badewetter noch bis in den Oktober.
- Eine Einzelfahrt im Linienbus kostet im Winter 2 Euro und im Sommer 2,50 Euro, die 7-Tage-Karte Explore für Erwachsene 25 Euro.
- Die Fähre nach Gozo kostet 4,65 Euro für Hin- und Rückfahrt, bezahlt wird erst in Mġarr auf Gozo.
- Valletta, Mdina, die Dingli Cliffs, Marsaxlokk und alle Strände kosten keinen Eintritt.
- Pastizzi aus der Bäckerei kosten wenig und ersetzen problemlos ein Mittagessen.
Inhaltsverzeichnis
Wann ist Malta am günstigsten?
Am günstigsten reisen Sie von März bis Mai und von Oktober bis Mitte November. In diesen Monaten sind Flüge und Unterkünfte deutlich billiger als im Hochsommer, und die Insel ist angenehm leer.
Im Juli und August steigen die Preise für Apartments und Hotels auf das Jahreshoch, dazu kommt große Hitze, bei der Besichtigungen zur Qual werden. Das Meer bleibt dagegen bis weit in den Oktober warm genug zum Baden. Wer Ende September oder Anfang Oktober fliegt, bekommt deshalb Strand und niedrige Preise zugleich.
Der Winter von Dezember bis Februar ist noch billiger, aber regnerisch und windig, gut für Städte und Wanderungen, nicht zum Baden. Welche Monate sich für welche Art Urlaub eignen, haben wir im Artikel Was sind die besten Jahreszeiten für Buchungen auf Malta genauer aufgeschlüsselt.
Für den Flug lohnt ein Vergleich von Ryanair und Lufthansa ab deutschen, österreichischen und Schweizer Flughäfen; unter der Woche und mit Handgepäck ist die Nebensaison am billigsten.
Wo wohnen Sie günstig auf Malta?
Am besten wohnen Sie in Sliema, Gżira oder Msida: Von dort erreichen Sie Valletta mit Bus oder Fähre in kurzer Zeit, und die Preise liegen unter denen der Hauptstadt. Hostels und Gästehäuser finden Sie außerdem in St. Julian’s und in Valletta selbst.
Für Paare oder kleine Gruppen ist ein Ferienapartment meist die günstigste Lösung. Sie teilen sich die Miete und sparen zusätzlich, weil Sie Frühstück und manches Abendessen selbst zubereiten. Lidl, Welbee’s und Greens gibt es in allen größeren Orten.
Beachten Sie die Umweltabgabe von 0,50 Euro pro Person und Nacht für Gäste ab 18 Jahren, die maximal 5 Euro pro Person und Aufenthalt beträgt. Sie wird vor Ort erhoben und steht oft nicht im Buchungspreis.
In Mosta, Rabat oder Żebbuġ im Inselinneren wohnen Sie noch günstiger, dafür wird jedes Bad im Meer zum Busausflug. Weitere Wohntipps für kleine Budgets finden Sie unter Malta mit kleinem Budget erkunden: Wo man wohnen kann.

Kombinieren Sie die Reise mit einem Hotel auf Malta
Flug plus Hotel in Sliema, St. Julian's oder auf Gozo, passend zu Ihrem Termin und Budget.
Angebote für Malta zeigenWie kommen Sie billig über die Insel?
Mit dem Linienbus von Malta Public Transport. Das Netz erreicht praktisch jeden Ort auf Malta und Gozo, und ein Einzelticket gilt zwei Stunden lang inklusive kostenlosem Umsteigen.

Wer länger bleibt, kauft in einer der Verkaufsstellen (Sales Offices) eine Explore-Karte. Sie gilt sieben Tage für unbegrenzte Fahrten auf den Tages- und Nachtlinien auf Malta und Gozo, nicht aber für die Direktbusse Tallinja Direct; die Variante Explore Flex für 27 Euro schließt den Flughafen-Direktbus mit ein. Die kostenlose Busnutzung mit personalisierter Tallinja-Karte gilt nicht für Urlauber, Besucher zahlen den Normaltarif.
Vom Flughafen fahren die Expressbusse X1 bis X4 ohne Umsteigen nach Valletta, Sliema, St. Julian’s und zur Gozo-Fähre in Ċirkewwa. Rechnen Sie im Berufsverkehr mit Verspätungen, besonders zwischen Sliema und Valletta.
Zwei Fähren sparen Zeit und Nerven: Die Fähre Sliema nach Valletta fährt tagsüber alle 30 Minuten und kostet 3 Euro einfach oder 5 Euro hin und zurück, also nur wenig mehr als eine Busfahrt. Die Fähre von Ċirkewwa nach Gozo fährt rund 25 Minuten und wird erst auf der Rückfahrt in Mġarr bezahlt. Vom Mietwagen raten wir bei einem Budgeturlaub ab: Linksverkehr, enge Gassen und fehlende Parkplätze in Valletta, Sliema und Mdina machen ihn teuer und lästig.
Was sehen Sie auf Malta ohne Eintritt?
Mehr, als Sie in einer Woche schaffen. Valletta als Ganzes ist Weltkulturerbe und kostet nichts, ebenso Mdina, die Drei Städte, Marsaxlokk, die Dingli Cliffs und sämtliche Strände.
In Valletta gehen Sie zu den Upper Barrakka Gardens, wo mittags und am Nachmittag der Salutschuss der Saluting Battery abgefeuert wird. Der Blick über den Grand Harbour auf Birgu, Senglea und Cospicua ist von hier oben am besten, und die Gärten sind frei zugänglich. Von hier bringt Sie der Barrakka-Aufzug für 1 Euro hinunter zur Fähre in die Drei Städte, mit gültigem Fährticket sogar kostenlos.
Mdina erreichen Sie mit den Bussen 51, 52 oder 53 von Valletta. Abends, wenn die Tagesausflügler weg sind, ist die ummauerte Stadt fast menschenleer. Direkt daneben liegt Rabat mit Bäckereien, die billiger sind als in Mdina.
Marsaxlokk im Südosten (Bus 81 oder 85 von Valletta) lohnt sich am Sonntagvormittag zum Fischmarkt. Die bunten Luzzu-Boote liegen aber an jedem Wochentag dort, und dann sind die Restaurants am Kai günstiger und leerer.
Golden Bay und Għajn Tuffieħa im Nordwesten (Bus 44 oder 225) haben Sand, Mellieħa Bay den flachsten Strand für Familien, und in Sliema und St. Julian’s springen Sie direkt von den Felsplatten ins Wasser. Die Blaue Lagune auf Comino ist im Sommer überfüllt und nur per Boot erreichbar; die Bootsbetriebe ab Ċirkewwa und Marfa verlangen 15 Euro für Hin- und Rückfahrt, Kinder unter 10 Jahren zahlen 7 Euro. Im Mai oder Oktober ist sie dagegen einen Ausflug wert.
Welche Eintritte lohnen sich wirklich?
Zwei Orte rechtfertigen Eintritt auch bei knapper Kasse: die St. John’s Co-Cathedral in Valletta und die Tempel von Ħaġar Qim und Mnajdra. Für alles andere entscheiden Sie nach Interesse.
In der Co-Cathedral (Eintritt 15 Euro, Kinder unter 12 Jahren in Begleitung frei, sonntags geschlossen) sehen Sie den vergoldeten Innenraum der Johanniter und zwei Gemälde von Caravaggio, darunter die Enthauptung Johannes des Täufers. Die Tempel von Ħaġar Qim und Mnajdra bei Qrendi (Bus 74 von Valletta) stehen auf den Klippen über dem Meer und sind über 5000 Jahre alt, also älter als Stonehenge. Ein Ticket für 10 Euro gilt für beide Anlagen.
Das Hypogäum von Ħal Saflieni in Paola, ein unterirdischer Tempel im Fels, lässt aus Gründen der Konservierung nur zehn Besucher gleichzeitig zu. Der Eintritt kostet 35 Euro für Erwachsene, Last-Minute-Tickets am Vortag sogar 50 Euro, und Heritage Malta rät ausdrücklich zur frühen Buchung. Buchen Sie direkt bei Heritage Malta, sobald Ihr Termin feststeht, oder lassen Sie es aus.
Wer mehrere Museen plant, prüft den Multisite-Pass von Heritage Malta: 60 Euro für Erwachsene, 30 Tage gültig für die staatlichen Stätten auf Malta und Gozo, das Hypogäum ist ausgenommen. Die Co-Cathedral gehört der Kirche und ist ebenfalls nicht enthalten.
Wie essen Sie günstig und trotzdem maltesisch?
Mit Pastizzi, Ftira und Mittagsmenüs. Pastizzi sind Blätterteigtaschen mit Ricotta oder Erbsenbrei, kosten in den Pastizzerien nur Kleingeld und werden den ganzen Tag warm verkauft. Zwei Stück sättigen.

Ftira ist das runde maltesische Brot, belegt mit Tomaten, Thunfisch, Oliven und Kapern, in Bäckereien für einen Bruchteil eines Restaurantessens. Dazu passen Ġbejniet, kleine Schafskäse von Gozo, und Bigilla, ein Bohnenaufstrich, beides günstig im Supermarkt.
Abends meiden Sie die erste Reihe an der Promenade von Sliema und die Lokale an der Republic Street in Valletta. Zwei Straßen weiter oder in Dörfern wie Rabat, Żejtun oder Mellieħa bekommen Sie Kaninchen in Weinsoße (Fenek) oder frischen Fisch zu lokalen Preisen, mittags oft als günstigeres Menü. Mehr zu Gerichten und Lokalen steht in unserem Artikel Warum Malta Ihr nächstes kulinarisches Reiseziel sein sollte.
Leitungswasser ist auf Malta trinkbar, schmeckt aber nach Chlor und Salz, weil es größtenteils entsalzt wird. Ein Sechserpack aus dem Supermarkt kostet weniger als eine einzelne Flasche am Kiosk.
Häufige Fragen
Wie viel Geld brauche ich pro Tag auf Malta?
Mit Hostelbett oder geteiltem Apartment, Buskarte, Pastizzi mittags und einem einfachen Abendessen kommen Sie in der Nebensaison mit einem überschaubaren Tagesbudget aus, der größte Posten bleibt die Unterkunft. Wer öfter im Restaurant isst und Eintritte zahlt, sollte spürbar mehr einplanen. Im Juli und August liegt vor allem die Unterkunft deutlich darüber.
Lohnt sich Gozo bei kleinem Budget?
Ja, und zwar als Tagesausflug oder für zwei Übernachtungen. Die Fähre ist billig, der Bus 41 oder 42 bringt Sie von Valletta direkt nach Ċirkewwa, und auf Gozo gilt dieselbe Tallinja-Karte. Die Zitadelle in Victoria ist von außen frei zugänglich, die Ramla Bay mit ihrem rötlichen Sand ebenso.
Ist Malta mit Kindern günstig zu bereisen?
Ja, weil Kinder unter 4 Jahren im Bus gratis fahren, Kinder von 4 bis 10 Jahren eine eigene 7-Tage-Karte Explore Child für 7 Euro bekommen, Kinder bis 5 Jahre in den staatlichen Museen von Heritage Malta frei sind und ab 6 Jahren den Kindertarif zahlen. Die Strände kosten ohnehin nichts. Ein Apartment mit Küche spart bei Familien am meisten. Mellieħa Bay ist der flachste Strand, Sliema hat Spielplätze an der Promenade.
Kann ich Malta in drei oder vier Tagen sehen?
Die Hauptpunkte ja: ein Tag Valletta mit den Drei Städten, ein Tag Mdina und Rabat mit den Dingli Cliffs, ein Tag Marsaxlokk mit den Tempeln im Süden, ein Tag Strand oder Gozo. Dank der kurzen Wege verlieren Sie wenig Zeit unterwegs. Wer Gozo und Comino richtig sehen will, sollte eine Woche einplanen.
Welche Kosten übersehen Budgetreisende häufig?
Die Umweltabgabe pro Nacht, Gepäckgebühren bei Billigfliegern, das Taxi vom Flughafen statt Bus X2 und die Bootsfahrten nach Comino. Rechnen Sie diese Posten vor der Buchung mit ein, dann bleibt das Budget verlässlich.
Legen Sie als Nächstes Ihren Reisezeitraum fest, am besten April bis Mai oder Ende September bis Oktober, und buchen Sie Flug und Unterkunft einige Wochen vorher. Zu zweit oder mehr rechnen Sie ein Apartment gegen Hostelbetten gegen, meist gewinnt das Apartment. Travelissimo vermietet eigene Ferienapartments in Sliema und St. Julian’s, beide mit Bus und Fähre in wenigen Minuten von Valletta erreichbar.
Bildnachweis: Pexels; Pixabay / pixabairis; Pixabay / Maltese-Foods

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