Maltesische Küche: Diese Gerichte sollten Sie probieren und hier gibt es sie

Lesezeit 8 Min. · Veröffentlicht: 23. Oktober 2024 · Aktualisiert: 29. Oktober 2026 · Preise und Angaben geprüft: Oktober 2026

Die maltesische Küche ist eine Bauern- und Fischerküche mit sizilianischen, arabischen und britischen Einflüssen, und ihre besten Gerichte kosten oft nur wenige Euro. Wer Pastizzi an der Theke, Fenek im Dorfgasthaus und frischen Fisch in Marsaxlokk isst, hat das Wesentliche verstanden. Hier finden Sie die Gerichte, die sich lohnen, und die Orte, an denen Sie sie bekommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pastizzi (Blätterteigtaschen mit Ricotta oder Erbsenmus) sind das günstigste Essen auf Malta und gibt es in jeder Pastizzerija für kleines Geld.
  • Fenek (Kaninchen) ist das Nationalgericht. Die Dorfgasthäuser in Mġarr im Nordwesten sind dafür bekannt, abends in Gruppen gegessen heißt das Fenkata.
  • Lampuki (Goldmakrele) gibt es nur in der Saison von etwa Ende August bis in den Spätherbst, dann als Filet oder als Lampuki-Pie mit Spinat und Oliven.
  • Der Fischmarkt in Marsaxlokk findet sonntagmorgens statt, die Restaurants an der Hafenpromenade servieren den Fang den ganzen Tag.
  • Kinnie (Bitterorangenlimonade) und Cisk (Lagerbier) sind die beiden Getränke, die zu jeder maltesischen Mahlzeit passen und in jedem Lokal vorrätig sind.
Inhaltsverzeichnis
  1. Was macht die maltesische Küche aus?
  2. Welche Gerichte gehören auf jeden Fall auf Ihre Liste?
  3. Wo essen Sie in Marsaxlokk den besten Fisch?
  4. Was sollten Sie in Valletta essen und wo?
  5. Lohnt sich Mdina zum Essen oder nur zum Schauen?
  6. Was trinkt man auf Malta zum Essen?
  7. Wann und wo finden Feste rund ums Essen statt?
  8. Häufige Fragen

Was macht die maltesische Küche aus?

Die maltesische Küche verbindet sizilianische Pasta- und Gemüsegerichte, arabische Gewürze und Zubereitungen und britische Gewohnheiten wie Pasteten und Pies zu etwas Eigenem. Grundlage sind Dinge, die auf einer trockenen Insel wachsen oder aus dem Meer kommen: Tomaten, Kapern, Oliven, Bohnen, Schafskäse, Brot und Fisch.

Fleisch war historisch teuer, deshalb spielt Kaninchen eine so große Rolle. Fisch kam dagegen immer frisch an Land, in Marsaxlokk und Marsaskala liegen die Fischerboote bis heute im Hafen. Rechnen Sie mit großen Portionen und deftigen Gerichten.




Ältere Frau sitzt an einem Tisch in ihrer Küche

Welche Gerichte gehören auf jeden Fall auf Ihre Liste?

Sieben Gerichte reichen, um die maltesische Küche kennenzulernen: Pastizzi, Ħobż biż-żejt, Ftira, Fenek, Lampuki, Ġbejniet und Imqaret. Alles andere ist Zugabe.

Pastizzi sind rautenförmige Blätterteigtaschen, gefüllt mit Ricotta (tal-irkotta) oder mit Erbsenmus (tal-piżelli). Malteser essen sie zu jeder Tageszeit, warm aus der Papiertüte.

Ħobż biż-żejt heißt wörtlich Brot mit Öl: eine dicke Scheibe maltesisches Sauerteigbrot, eingerieben mit Tomatenmark (kunserva), mit Olivenöl, Kapern, Oliven, Zwiebeln und oft Thunfisch belegt. Es steht in Cafés und an Strandkiosken auf der Karte.

Ftira ist das ringförmige maltesische Sauerteigbrot. Die Backkunst der Ftira steht seit 2020 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes. Auf Gozo meint Ftira zusätzlich ein belegtes Fladenbrot aus dem Ofen, oft mit dünnen Kartoffelscheiben, Tomaten, Ġbejniet und Sardellen, das eher an eine Pizza erinnert.

Fenek ist Kaninchen, meist in Wein und Knoblauch geschmort (stuffat tal-fenek) oder gebraten (fenek moqli). Als erster Gang kommen Spaghetti mit der Schmorsoße, danach das Fleisch mit Kartoffeln. Dieses Essen in geselliger Runde heißt Fenkata.

Lampuki ist die Goldmakrele, auf Deutsch auch Mahi-Mahi. Sie zieht ab Ende August an Malta vorbei und wird bis in den Spätherbst gefangen. Als Filet gebraten oder in der Torta tal-lampuki, einer Pastete mit Spinat, Blumenkohl, Oliven und Kapern, ist sie das Saisongericht des Herbstes.

Ġbejniet sind kleine runde Käselaibe aus Schafs- oder Ziegenmilch, vor allem von Gozo. Es gibt sie frisch (friski), getrocknet (moxxi) und in Pfeffer gerollt (tal-bżar).

Imqaret sind frittierte Teigtaschen mit Dattelfüllung, die an Ständen am Stadttor von Valletta heiß verkauft werden. Wer es süßer mag, nimmt Qagħaq tal-għasel, Teigringe mit einer Füllung aus Sirup und Gewürzen.

Für den zweiten Besuch bleiben Aljotta (Fischsuppe), Bragioli (gefüllte Rindsrouladen), Timpana (Nudelauflauf im Teigmantel), Kapunata und Bigilla, ein Bohnenmus als Vorspeise.

Älterer Mann sitzt in einer alten Küche in Schwarzweiß

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Wo essen Sie in Marsaxlokk den besten Fisch?

In Marsaxlokk im Südosten Maltas essen Sie Fisch direkt dort, wo er angelandet wird: Die Restaurants reihen sich entlang der Hafenpromenade, und sonntagmorgens findet dort der Fischmarkt statt.

Bunte Luzzu Fischerboote im Hafen von Marsaxlokk, Malta
Luzzu Boote im Hafen von Marsaxlokk

Wer früh am Morgen kommt, sieht das breiteste Angebot. Im Laufe des Vormittags wird aus dem Fischmarkt ein allgemeiner Markt mit Kleidung, Honig und Souvenirs, den Fisch finden Sie dann auf den Tellern der Restaurants.

Bestellen Sie, was Saison hat: im Herbst Lampuki, sonst Seebrasse, Zackenbarsch (ċerna), Schwertfisch oder Oktopus als Stuffat tal-qarnit. In vielen Lokalen wird der Fisch nach Gewicht berechnet. Fragen Sie vor der Bestellung nach dem Kilopreis, dann gibt es keine Überraschung auf der Rechnung.

Von Valletta erreichen Sie Marsaxlokk direkt mit dem Linienbus, eine Einzelfahrt kostet im Winter 2,00 Euro und das Ticket gilt zwei Stunden mit kostenlosem Umsteigen. Den Mietwagen würden wir sonntags zu Hause lassen, weil die Parkplätze im Ort am Markttag knapp sind.

Was sollten Sie in Valletta essen und wo?

In Valletta essen Sie am besten dort, wo die Einheimischen zu Mittag essen: in den kleinen Pastizzerien, in der Markthalle Is-Suq tal-Belt in der Merchants Street und in den Lokalen abseits der Republic Street. Die Hauptstraße selbst kocht vor allem für Besucher.

Is-Suq tal-Belt ist die alte Markthalle der Stadt, 2018 als Gastronomiehalle wieder eröffnet, mit mehreren Ständen für maltesische und internationale Gerichte. Eine gute Adresse, wenn jeder in der Gruppe etwas anderes will.

Imqaret bekommen Sie an den Ständen am Stadttor, gleich hinter der Bushaltestelle. Die Strait Street, einst Vergnügungsmeile der britischen Marine, ist heute die Bar- und Restaurantgasse der Stadt, abends auch mit maltesischer Küche in moderner Form.

Viele Küchen in Valletta machen am Nachmittag Pause. Wer zwischen Mittag- und Abendessen Hunger hat, bekommt Pastizzi, aber selten ein warmes Gericht.

Lohnt sich Mdina zum Essen oder nur zum Schauen?

Mdina lohnt sich zum Essen vor allem wegen der Pastizzerien im Nachbarort Rabat und wegen der Cafés auf den Bastionen mit Blick über die halbe Insel. Innerhalb der Stadtmauern gibt es nur wenige Restaurants, und sie sind entsprechend gefragt.

Enge Kalksteingasse in der ummauerten Stadt Mdina, Malta
Eine stille Gasse in Mdina

Rabat liegt direkt vor dem Haupttor von Mdina und gilt unter Maltesern als Ort der besten Pastizzi. Die bekannteste Pastizzerija ist auch zu später Stunde gut besucht, prüfen Sie die Öffnungszeiten vorab.

In Mdina selbst sind die Cafés auf den Bastionen für Kuchen mit Aussicht bekannt. Für ein Abendessen empfehlen wir zu reservieren, denn die Stadt hat nur wenige Küchen. Nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Tagesbesucher weg sind, ist Mdina still und dafür am schönsten.

Was trinkt man auf Malta zum Essen?

Zum Essen trinkt man auf Malta Kinnie oder Cisk, zum besseren Essen einen Wein aus den einheimischen Rebsorten Ġellewża und Girgentina. Alle vier bekommen Sie in jedem Lokal, von der Pastizzerija bis zum Restaurant.

Kinnie ist eine Limonade aus Bitterorangen und Kräutern, seit 1952 auf dem Markt und für viele Malteser das Nationalgetränk. Sie schmeckt bitterer als Orangenlimonade und passt zu Pastizzi. Cisk ist das maltesische Lagerbier, gebraut seit 1929 von derselben Brauerei, die auch Kinnie herstellt.

Girgentina ist eine weiße, Ġellewża eine rote Traube, beide wachsen nur auf Malta und Gozo. Die Kellereien bauen daneben internationale Sorten an, die einheimischen Trauben ergeben aber die Weine, die Sie zu Hause nicht bekommen. Als Digestif gibt es Bajtra, einen Likör aus Kaktusfeigen.

Wann und wo finden Feste rund ums Essen statt?

Die meisten Esserlebnisse auf Malta hängen an der Saison und an den Dorffesten: Lampuki im Herbst, Erdbeeren im Frühling in Mġarr, Fisch im Sommer in Marsaxlokk. Feste Termine ändern sich von Jahr zu Jahr, prüfen Sie sie vor der Reise.

Das Erdbeerfest Festa Frawli in Mġarr findet jedes Frühjahr statt, den genauen Termin prüfen Sie vor der Reise, und Mġarr ist zugleich das Dorf für Fenkata. Im Sommer feiern die Dörfer ihre Kirchenfeste, die Festi, mit Ständen, bei denen es Imqaret, Nougat und gegrilltes Fleisch gibt. Welche Festa wann stattfindet, lesen Sie in unserem Überblick über die besten Festivals auf Malta.

Kochkurse gibt es als Halbtagesprogramm mit Marktbesuch, oft mit Pastizzi oder Fenek auf dem Plan. Achten Sie darauf, dass eine Maltesierin oder ein Malteser kocht. Weitere Orte abseits der bekannten Wege finden Sie in unserem Beitrag über die versteckten Schätze von Malta.

Häufige Fragen

Was ist das Nationalgericht von Malta?

Das Nationalgericht ist Fenek, Kaninchen, meist in Wein und Knoblauch geschmort. Traditionell wird es als Fenkata in Gruppen gegessen: zuerst Spaghetti mit der Kaninchensoße, dann das Fleisch.

Ist Essen auf Malta teuer?

Einfaches maltesisches Essen ist günstig, Pastizzi und Ħobż biż-żejt kosten nur wenige Euro. Fisch in Marsaxlokk und Restaurants in Valletta, Sliema und St. Julian’s liegen preislich auf dem Niveau westeuropäischer Städte.

Kann man auf Malta als Vegetarier gut essen?

Ja, viele traditionelle Gerichte sind ohnehin fleischlos: Pastizzi mit Ricotta oder Erbsen, Ħobż biż-żejt ohne Thunfisch, Bigilla, Kapunata, Ġbejniet und die gozitanische Ftira. Rein vegane Angebote gibt es vor allem in Valletta, Sliema und St. Julian’s.

Wann ist Lampuki-Saison?

Die Lampuki-Saison beginnt Ende August und dauert bis in den Spätherbst, etwa bis November oder Dezember. In dieser Zeit steht der Fisch auf fast jeder Karte in Marsaxlokk, oft als Filet oder als Lampuki-Pie.

Gibt man in maltesischen Restaurants Trinkgeld?

Trinkgeld ist nicht Pflicht, aber üblich: Bei gutem Service rundet man auf oder legt einen kleinen Betrag dazu. Prüfen Sie die Rechnung, manche Restaurants in touristischen Lagen weisen bereits einen Bedienungszuschlag aus.

Kann ich auf dem Fischmarkt in Marsaxlokk selbst Fisch kaufen?

Ja, der Markt am Sonntagmorgen verkauft an jeden, nicht nur an Restaurants. Kommen Sie früh, bringen Sie eine Kühltasche mit und lassen Sie den Fisch am Stand ausnehmen.

Planen Sie Ihre Mahlzeiten um die Orte herum: sonntags Marsaxlokk, vormittags Rabat und Mdina, abends Valletta. Wer den Fisch vom Markt selbst zubereiten will, braucht eine Küche, unsere Ferienwohnungen in Sliema und St. Julian’s liegen wenige Busminuten von Valletta entfernt.

Bildnachweis: Pexels; Pixabay / Efraimstochter; Pixabay / 2427999

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